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	<title>Kunst Archive - soul fish</title>
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		<title>Die Sirene: Vom Mythos zur Selbstermächtigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angela Fischlein]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 13:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archetypen]]></category>
		<category><![CDATA[Inner Wisdom]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Mythology]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://soul-fish.net/die-sirene-vom-mythos-zur-selbstermaechtigung/">Die Sirene: Vom Mythos zur Selbstermächtigung</a> erschien zuerst auf <a href="https://soul-fish.net">soul fish</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Ein anderer Blick auf den Archetyp der Sirene</strong></p>
<p><strong>Von der dämonisierten Verführerin zur Hüterin der eigenen Stimme</strong></p>
<p>Kaum eine weibliche Gestalt der Mythologie wurde über die Jahrhunderte so konsequent missverstanden wie die Sirene. In der westlichen Kultur ist sie meist die gefährliche Verführerin, deren Gesang Männer ins Verderben lockt. Dieses Bild prägt Literatur, Kunst und Popkultur bis heute. Doch diese Interpretation ist keineswegs zeitlos. Sie entstand innerhalb patriarchaler Erzähltraditionen, die weibliche Macht häufig als Bedrohung darstellten.</p>
<p>Ein genauerer Blick auf die antiken Quellen sowie auf neuere archäologische, religionsgeschichtliche und feministische Forschungen eröffnet eine überraschend andere Perspektive. Die Sirene erscheint nicht länger als Symbol weiblicher Verführung, sondern als archetypische Gestalt der Schwelle – zwischen Leben und Tod, Bewusstem und Unbewusstem, Natur und Kultur, Wissen und Transformation.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die ursprüngliche Sirene war keine Meerjungfrau</strong></p>
<p>Die ältesten Sirenen der griechischen Antike hatten <strong>nicht den Körper eines Fisches</strong>, sondern den <strong>Körper eines Vogels mit dem Kopf oder Oberkörper einer Frau</strong>. Diese Darstellung findet sich bereits auf griechischen Vasen des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr. und blieb über viele Jahrhunderte die vorherrschende Darstellungsform.</p>
<p>Der Vogel war im antiken Mittelmeerraum kein beliebiges Tier. Er galt als Vermittler zwischen den Welten, als Wesen des Himmels und der Erde zugleich. In zahlreichen Kulturen symbolisierte er die Seele, Weissagung und – last but not least &#8211; den Übergang zwischen Leben und Tod.</p>
<p>Dass die Sirene einen Vogelkörper trägt, verweist daher auf ihre ursprüngliche Funktion: Sie war keine erotische Wasserfrau, sondern eine Grenzgängerin zwischen den Welten.</p>
<p>Die heute vertraute Gestalt der fischschwänzigen Meerjungfrau entwickelte sich erst im Mittelalter durch die Vermischung griechischer Sirenen mit Meerwesen anderer Traditionen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Sirenen als Hüterinnen des Wissens</strong></p>
<p>In Homers <em>Odyssee</em> (8. Jahrhundert v. Chr.) begegnet Odysseus den Sirenen auf seiner Heimreise. Bemerkenswert ist dabei, <strong>was die Sirenen tatsächlich versprechen</strong>, denn sie locken nicht mit Sexualität.</p>
<p>Sie singen:</p>
<p>&#8222;Denn wir wissen alles, was auf der fruchtbaren Erde geschieht.&#8220;</p>
<p>Ihr Versprechen lautet also Wissen. Sie kennen Vergangenheit und Zukunft. Sie besitzen Einsicht in das menschliche Schicksal. Ihr Gesang eröffnet Bewusstsein. Im weiteren Sinne bedeutet das vielleicht auch als Konsequenz den Verlust so manch einer Illusion.</p>
<p>Dass Odysseus sich an den Mast binden lässt, zeigt nicht die Gefährlichkeit weiblicher Sexualität. Vielmehr symbolisiert die Szene die Ambivalenz jeder tiefen Erkenntnis: Wahrheit verändert den Menschen unwiderruflich.</p>
<p>Die Sirenen verkörpern damit einen Archetyp, der eher an die Pythia von Delphi oder andere weibliche Orakelgestalten erinnert als an eine Verführerin.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Vor den patriarchalen Mythen</strong></p>
<p>Viele Religionshistorikerinnen und Archäologinnen – unter ihnen <strong>Marija Gimbutas</strong>, <strong>Merlin Stone</strong>, <strong>Riane Eisler</strong> und <strong>Anne Baring &amp; Jules Cashford</strong> – weisen darauf hin, dass im östlichen Mittelmeerraum lange vor den klassischen griechischen Stadtstaaten zahlreiche Kulturen existierten, in denen weibliche Gottheiten eine zentrale religiöse Rolle spielten.</p>
<p>Diese Gesellschaften waren nicht notwendigerweise Matriarchate im politischen Sinn. Der Begriff ist in der Forschung umstritten. Es gibt jedoch zahlreiche Hinweise auf Kulturen mit einer deutlich stärkeren Verehrung weiblicher Schöpfungs-, Natur- und Weisheitskräfte.</p>
<p>Besonders in der minoischen Kultur Kretas (ca. 3000–1450 v. Chr.) begegnen uns Priesterinnen, Vogelgöttinnen, Schlangengöttinnen und weibliche Naturwesen, deren Symbolik später teilweise in die griechische Mythologie aufgenommen wurde.</p>
<p>Die Sirene könnte Spuren dieser älteren religiösen Vorstellungswelten bewahren.</p>
<p>Ihr Vogelkörper erinnert an die zahlreichen vogelgestaltigen Göttinnen des östlichen Mittelmeerraums, deren Aufgabe nicht Verführung, sondern Schutz, Weissagung und Begleitung der Seele war.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Dämonisierung weiblicher Macht</strong></p>
<p>Mit der Entwicklung patriarchaler Gesellschaftsordnungen veränderten sich viele weibliche Gottheiten grundlegend. Die einst verehrte Medusa wurde zum Monster.Kirke wurde zur gefährlichen Zauberin. Pandora wurde zur Schuldigen allen menschlichen Leids. Auch die Sirene verlor ihre Rolle als Wissende.</p>
<p>Stattdessen wurde ihre Stimme zur Gefahr erklärt. Diese Entwicklung beschreibt die klassische Philologin und Feministin <strong>Jane Ellen Harrison</strong> bereits Anfang des 20. Jahrhunderts als Wandel von religiösen Frauenfiguren zu moralischen Warnbildern.</p>
<p>Die feministische Theologin <strong>Carol P. Christ</strong> spricht davon, dass weibliche spirituelle Autorität in vielen patriarchalen Mythen systematisch umgedeutet wurde: Aus Weisheit wurde Verführung, aus Macht Versuchung, aus Eigenständigkeit Gefahr.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Die Frau, die sich nicht verstummen lässt</strong></p>
<p>Aus archetypischer Sicht erscheint die Sirene heute in einem neuen Licht. Sie ist nicht gefährlich, weil sie Männer verführt. Sie ist gefährlich, weil sie ihre eigene Stimme kennt. In Kulturen, die Frauen über Jahrhunderte dazu anhielten, still, angepasst und gefällig zu sein, verkörpert die Sirene weibliche Souveränität.</p>
<p>Die patriarchale Erzählung lautet:</p>
<p><strong>&#8222;Höre ihr nicht zu.&#8220;</strong></p>
<p>Eine weibliche Lesart fragt:</p>
<p><strong>&#8222;Warum musste ihre Stimme überhaupt zur Gefahr erklärt werden?&#8220;</strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong>Der Ruf der Wahrheit</strong></p>
<p>Die Sirene manipuliert nicht. Sie ruft, während ihr Gesang weniger einer Verführung als einer tiefen Erinnerung ähnelt. Wer ihr begegnet, begegnet zugleich den eigenen Sehnsüchten, Ängsten und verdrängten Anteilen.Carl Gustav Jung beschrieb Archetypen als psychische Grundmuster, die sowohl schöpferisch als auch erschütternd wirken können. Begegnungen mit ihnen verändern das Selbstverständnis. Die Sirene führt deshalb nicht in erster Linie ins Verderben. Sie führt an den Rand der eigenen Wahrheit. Dort, wo Illusionen sterben, fühlt sich Erkenntnis oft wie ein Abgrund an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Weibliche Sinnlichkeit als spirituelle Erfahrung</strong></p>
<p>In vielen patriarchalen Traditionen wurde weibliche Sinnlichkeit auf Sexualität reduziert. Aus der weiblichen Perspektive umfasst Sinnlichkeit jedoch weit mehr. Sie ist die Fähigkeit, den Körper als Ort von Erkenntnis wahrzunehmen. Die Philosophin <strong>Luce Irigaray</strong> beschreibt den weiblichen Körper als Quelle eigener Sprache und eigener Symbolik, die sich nicht über männliche Kategorien definieren lässt. Auch <strong>Clarissa Pinkola Estés</strong> versteht den weiblichen Körper als Träger uralter intuitiver Weisheit. In diesem Sinn wird der Körper der Sirene nicht Objekt des Blicks. Er ist Subjekt und ihr Haar bewegt sich wie Wasser. Ihre Stimme trägt Erinnerung. Ihr Körper gehört ihr selbst und sie existiert nicht, um betrachtet zu werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Frau zwischen den Welten</strong></p>
<p>Wasser gilt seit Jahrtausenden als Symbol des Unbewussten. Der Vogel steh t für Geist, Seele und Übergang. Die Sirene vereint beides. Sie lebt weder vollständig an Land noch vollständig im Meer. Sie gehört keiner Welt ganz an. Gerade darin liegt ihre archetypische Kraft. Sie erinnert daran, dass Identität niemals starr ist. Sie bewegt sich zwischen Vernunft und Intuition, Kultur und Natur, Bewusstem und Unbewusstem.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Rückeroberung der Stimme</strong></p>
<p>Viele Frauen kennen den Moment, in dem ihre eigene Stimme leiser wurde. Vielleicht aus Rücksicht, aus Angst oder vielleicht aus Anpassung. Die Sirene lädt dazu ein, diese Stimme wiederzufinden. Ihr Gesang führt nach innen. Er erinnert an jene innere Autorität, die lange vor gesellschaftlichen Erwartungen existierte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Schatten der Sirene</strong></p>
<p>Wie jeder Archetyp besitzt auch die Sirene eine Schattenseite. Wurde ihre Stimme wiederholt verletzt oder entwertet, kann sich ihre Kraft verzerren. Dann sucht sie Bestätigung statt Wahrheit, aus Anziehung kann Manipulation, und aus Sehnsucht Abhängigkeit werden.Die Aufgabe besteht nicht darin, die Sirene abzulehnen, sondern ihre Gabe zu läutern. Nicht andere an sich zu binden, sondern sich selbst treu zu bleiben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Eine neue Geschichte</strong></p>
<p>Unter Umständen war die Sirene nie das Monster. Vielleicht war sie vielmehr eine der letzten Erinnerungen an eine Zeit, in der weibliche Stimme, Intuition und Weisheit als heilig galten. Nicht ihre Macht wurde gefährlich. Gefährlich wurde sie nur für jene, die diese Macht kontrollieren wollten. Dann wäre ihr Gesang keine Verführung. Sondern eine Einladung.</p>
<p><strong>Erinnere dich daran, wer du bist.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Literatur (Auswahl)</strong></p>
<ul>
<li>Baring, Anne &amp; Cashford, Jules (1991). <em>The Myth of the Goddess</em>. Penguin.</li>
<li>Christ, Carol P. (1997). <em>Rebirth of the Goddess</em>. Addison-Wesley.</li>
<li>Estés, Clarissa Pinkola (1992). <em>Women Who Run With the Wolves</em>. Ballantine.</li>
<li>Gimbutas, Marija (1989). <em>The Language of the Goddess</em>. Thames &amp; Hudson</li>
<li>Homer. <em>Odyssee</em>, Buch XII.</li>
<li>Jung, C. G. (1959). <em>Die Archetypen und das kollektive Unbewusste</em>. Rascher.</li>
<li>Stone, Merlin (1976). <em>When God Was a Woman</em>. Harcourt Brace.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Anmerkung zur Forschung:</strong> Die Vorstellung einer friedlichen, vorpatriarchalen „Göttinnenkultur“ wird in der heutigen Archäologie kontrovers diskutiert. Während Autorinnen wie Marija Gimbutas darin ein wichtiges Deutungsmodell sehen, bewerten viele Facharchäologinnen und -archäologen die Beweislage zurückhaltender. Unstrittig ist jedoch, dass weibliche Gottheiten und Priesterinnen in vielen Kulturen des östlichen Mittelmeerraums eine deutlich größere religiöse Bedeutung hatten, als es die späteren griechischen und römischen Überlieferungen vermuten lassen. Diese Differenz macht eine feministische Neubetrachtung der Sirene wissenschaftlich legitim und kulturhistorisch besonders spannend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>©️Bildmaterial &#8211; Linolschnitt, Tetrapackdruck, Zeichnung – Angela Fischlein</p>
<p>&nbsp;</p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://soul-fish.net/die-sirene-vom-mythos-zur-selbstermaechtigung/">Die Sirene: Vom Mythos zur Selbstermächtigung</a> erschien zuerst auf <a href="https://soul-fish.net">soul fish</a>.</p>
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		<title>Ostern und die Weiblichkeit</title>
		<link>https://soul-fish.net/ostern-und-die-weiblichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angela Fischlein]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 16:10:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archetypen]]></category>
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		<category><![CDATA[Inner Wisdom]]></category>
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		<category><![CDATA[Mythology]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2 data-section-id="vp4wnl" data-start="108" data-end="155">Ostern – was feiern wir eigentlich wirklich?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p data-start="157" data-end="283">Bald ist Ostern.</p>
<p data-start="157" data-end="283">Und jedes Jahr stellt sich – leise oder laut – dieselbe Frage: Was feiern wir hier eigentlich wirklich?</p>
<p data-start="285" data-end="524">Ist es Schokolade, familiäre Rituale und ein paar freie Tage? Ist es die Auferstehungsgeschichte, wie sie uns überliefert wurde? Oder liegt darunter noch etwas anderes – etwas, das sich nicht so leicht benennen lässt, aber spürbar ist?</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="font-family: Alata, Helvetica, Arial, Lucida, sans-serif; font-size: 26px; letter-spacing: -2px;">Unter der Oberfläche: Eine ältere Geschichte</span><strong></strong></p>
<p data-start="580" data-end="913">Was ist es mehr als Schokolade, mehr als Auferstehung und mehr als altbekannte Tradition?<br data-start="669" data-end="672" />Unter der Oberfläche dieses Festes liegt eine ältere Geschichte. Eine, die nicht mit dem Kreuz beginnt – sondern mit der Erde. Frühling war lange vor dem Christentum heilig. Nicht als Dogma, sondern als Erfahrung: Das Leben kehrt zurück.</p>
<p data-start="915" data-end="1161">Die Zeit rund um Ostern war eingebettet in größere Rhythmen: das Gleichgewicht von Licht und Dunkelheit, die Bewegungen des Mondes, das zyklische Werden und Vergehen.<br data-start="1081" data-end="1084" />Eine Welt, in der nichts „einmalig“ geschah – sondern alles wiederkehrte.</p>
<p data-start="915" data-end="1161">
<h2 data-section-id="plor4i" data-start="1168" data-end="1211">Das Ei – Ursprung, Spannung und ein Riss</h2>
<p data-start="1213" data-end="1395">Das Ei war kein Deko-Objekt, sondern ein Symbol für Ursprung und Werden.<br data-start="1285" data-end="1288" />Auch Salvador Dalí griff das Ei immer wieder auf – allerdings fern von jeder harmlosen Frühlingsromantik.</p>
<p data-start="1397" data-end="1609">Für ihn war das Ei ein kraftvolles Bild für das Ungeborene, das Unbewusste, für das Leben im Zustand des Dazwischen. In Werken wie Metamorphose von Narcissus wird es zur Grenze zwischen Schutz und Gefangensein.</p>
<p data-start="1611" data-end="1676"><strong>Das Entscheidende:</strong><br data-start="1629" data-end="1632" />Bei Dalí ist Geburt kein sanfter Übergang.</p>
<p data-start="1678" data-end="1850">Das Ei steht für Spannung, Druck – und den Moment, in dem etwas Altes aufbrechen muss, damit Neues entstehen kann. Kein hübscher Neubeginn, sondern ein radikaler Prozess.</p>
<p data-start="1852" data-end="1997">Vielleicht berührt uns dieses Symbol deshalb bis heute so tief:<br data-start="1915" data-end="1918" />Weil es nicht nur für Anfang steht, sondern für den Riss, der ihm vorausgeht.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2 data-section-id="uus4hj" data-start="2004" data-end="2047">Fruchtbarkeit, Zyklen und ihre Umdeutung</h2>
<p data-start="2049" data-end="2226">Der Hase war mitnichten ein niedliches Maskottchen, sondern ein Bote ungezügelter Fruchtbarkeit. Die Zeit um Ostern war eingebettet in Rhythmen von Mond, Dunkelheit und Licht. Mit der Ausbreitung des Christentums wurde diese Symbolik nicht einfach gelöscht. Sie wurde sukzessive umgedeutet. Aus zyklischem Werden wurde eine lineare Geschichte:ein Anfang, ein Ende und eine einmalige Auferstehung. Aus verkörperter, oft weiblich gelebter Spiritualität wurde eine stärker kontrollierte, männlich geprägte Ordnung. Das Heilige verlagerte sich: weg vom Erleben, hin zur Deutung, weg vom Körper, hin zur Institution.</p>
<p data-start="2049" data-end="2226">
<p data-start="2049" data-end="2226">
<h2 data-section-id="13svjtp" data-start="2681" data-end="2706">Das, was geblieben ist</h2>
<p data-start="2708" data-end="2790">Und wo blieb das Wilde, das Erdige, das Sinnliche? Ganz verschwunden ist es nie. Es lebt weiter in dem inneren Impuls, im Frühling neu anzufangen. In der Energie, die plötzlich durch den Körper geht.</p>
<p data-start="2708" data-end="2790">
<p data-start="2708" data-end="2790">
<h2 data-section-id="p5879j" data-start="2921" data-end="2950">Ostern als Erinnerungsraum</h2>
<p data-start="2952" data-end="3196">Vielleicht ist Ostern genau das:<br data-start="2984" data-end="2987" />Ein Erinnerungsraum. Nicht nur an eine religiöse Geschichte, sondern an etwas viel Älteres in uns – an Zyklen statt Kontrolle, an Werden statt Perfektion und an Lebendigkeit, die sich nicht zähmen lässt.</p>
<p data-start="3198" data-end="3311" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Und vielleicht dürfen wir uns fragen: Was in mir will gerade nicht „auferstehen“, sondern einfach wieder wachsen?</p></div>
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			</div></p>
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		<title>Wenn der Fluss mich trägt</title>
		<link>https://soul-fish.net/wenn-der-fluss-mich-traegt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angela Fischlein]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 16:51:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archetypen]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Therapies]]></category>
		<category><![CDATA[Inner Wisdom]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2 data-start="250" data-end="283"><strong>Wenn der Fluss mich trägt</strong></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Altern ist kein plötzlicher Bruch, sondern ein Fluss, der uns weiterträgt – manchmal sanft, manchmal reißend. Zwischen dem Loslassen alter Ufer und dem Vertrauen in neue Strömungen liegt eine stille (manchmal gefühlt unangenehme) Einweihung.</p>
<p data-start="171" data-end="490">Altern – dieses geheimnisvolle Wort, das uns manchmal erschreckt und unweigerlich ruft. Es ist kein Stillstand, kein Verblassen, sondern eine Verwandlung, die mitten im Leben geschieht. Während wir lernen, weniger zu kämpfen und mehr zu vertrauen, öffnet sich für manche von uns ein anderer Raum – weicher, weiter, wahrer.</p>
<p data-start="492" data-end="775">Dieser Text ist eine Einladung, den Fluss des Lebens nicht länger kontrollieren zu wollen, sondern sich ihm anzuvertrauen. Eine Aufforderung, die ich für mich selbst täglich manchmal laut und manchmal im Flüsterton wiederhole. Ein Stück Seelenarbeit, ein bisschen Magie – und vielleicht ein Wiedererkennen darin, dass das Altern nicht das Ende ist, sondern eine andere Art zu leuchten.</p>
<p>&nbsp;</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2 data-start="250" data-end="283"></h2>
<p><strong></strong></p>
<h3 data-start="284" data-end="325"><strong data-start="284" data-end="325">Vom Altern, vom Lassen und vom Werden</strong></h3>
<p data-start="327" data-end="625">Wie unschwer zu erkennen, beschäftige ich mich in letzter Zeit intensiver mit dem Thema des Alterns.<br data-start="427" data-end="430" />Vielleicht, weil die Zeit sich leiser anfühlt. Vielleicht, weil der Spiegel ehrlicher geworden ist.<br data-start="529" data-end="532" />Oder vielleicht, weil der innere Ruf, still zu werden, lauter klingt als das Getöse der Welt.</p>
<h3 data-start="627" data-end="651"><strong>Gegen die Strömung</strong></h3>
<p data-start="652" data-end="868">Wie lange ist das schon her?<br data-start="680" data-end="683" />Diese wilde, trotzig-leuchtende Zeit, in der ich gegen die Strömung schwamm –<br data-start="760" data-end="763" />unermüdlich, kämpferisch, mit dem festen Glauben,<br data-start="812" data-end="815" />dass „ewig jung“ doch irgendwie möglich sein müsse.</p>
<p data-start="870" data-end="1115">Ich bin geschwommen, als ob es um mein Leben ginge.<br data-start="910" data-end="913" />Und vielleicht war es das ja auch – das Leben, das sich damals noch beweisen wollte.<br data-start="1000" data-end="1003" />Ich wollte unbesiegbar sein, leuchtend, schnell.<br data-start="1051" data-end="1054" />Ein Funken aus Sternenstaub, der sich weigert zu verglühen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3 data-start="1117" data-end="1151"><strong>Das Geheimnis des Loslassens</strong></h3>
<p data-start="1152" data-end="1299">Doch irgendwann kamen Worte angeschwommen, leise, aber unaufhaltsam:<br data-start="1220" data-end="1223" /><em>„Altern ist nicht das Ende des Schwimmens. Es ist das Sichtragenlassen.“</em></p>
<p data-start="1301" data-end="1468">Seitdem übe ich.<br data-start="1317" data-end="1320" />Ich schwimme nicht mehr gegen die Zeit, -ich versuche es zumindest.<br data-start="1359" data-end="1362" />Ich lasse mich tragen. Ich lasse mich wandeln.</p>
<p data-start="1301" data-end="1468">Weil mir gar nichts anderes übrig bleibt.<br data-start="1408" data-end="1411" />Also erlaube ich mir, Fluss zu sein – nicht nur die Schwimmerin.</p>
<p data-start="1470" data-end="1683">Das klingt poetisch, ja – aber in Wahrheit ist es auch unbequem.<br data-start="1534" data-end="1537" />Denn das Sichtragenlassen bedeutet, Vertrauen zu haben in das,<br data-start="1599" data-end="1602" />was größer ist als mein Wille, stärker als mein Ehrgeiz, älter als mein Körper.</p>
<p data-start="1685" data-end="1797">Es bedeutet, mit der eigenen Endlichkeit Freundschaft zu schließen –<br data-start="1753" data-end="1756" />und das ist keine leichte Konversation.</p>
<h3 data-start="1799" data-end="1834"><strong>Die Kunst der Durchlässigkeit</strong></h3>
<p data-start="1835" data-end="2032">Ich erfahre: Ich bin nicht weniger geworden.<br data-start="1879" data-end="1882" />Ich bin <em>durchlässiger.</em><br data-start="1908" data-end="1911" />Das Leben geht durch mich hindurch, wie Wasser durch ein Sieb aus Licht.<br data-start="1983" data-end="1986" />Die Formen ändern sich, die Substanz bleibt.</p>
<p data-start="2034" data-end="2399">Manchmal denke ich an Inanna, die sumerische Göttin,<br data-start="2086" data-end="2089" />die hinabstieg in die Unterwelt, um all ihre Kleider und Kronen abzugeben –<br data-start="2164" data-end="2167" />bis sie nackt und verletzlich vor sich selbst stand.</p>
<p data-start="2034" data-end="2399">Vielleicht ist das Altern genau das:<br data-start="2258" data-end="2261" />ein heiliger Abstieg, ein Entkleiden von Rollen, Sicherheiten und Masken.<br data-start="2334" data-end="2337" />Nicht, um zu verlieren – sondern um <em>mehr wahr</em> zu werden.</p>
<h3 data-start="2401" data-end="2423"><strong>Atem des Himmels</strong></h3>
<p data-start="2424" data-end="2625">Und doch – manchmal, wenn der Wind durch mein Haar fährt,<br data-start="2481" data-end="2484" />fühle ich, wie der ganze Himmel in mir atmet.<br data-start="2529" data-end="2532" />Als sei alles, was ich losgelassen habe, zurückgekehrt<br data-start="2586" data-end="2589" />in einer weicheren, größeren Form.</p>
<p data-start="2627" data-end="2820">Ich merke: Das Altern ist kein Verschwinden.<br data-start="2671" data-end="2674" />Es ist ein Rückfließen.<br data-start="2697" data-end="2700" />In den Rhythmus, der uns alle trägt –<br data-start="2737" data-end="2740" />dorthin, wo das Ich nicht mehr kämpft,<br data-start="2778" data-end="2781" />sondern Teil des großen Flusses wird.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3 data-start="118" data-end="531"><strong>Wer bin ich, wenn die Rollen fallen?</strong></h3>
<p data-start="118" data-end="531">Wenn sich die Parameter der Identifikation auflösen – das, was du glaubtest zu sein, deine Rollen, deine Aufgaben, dein Spiegelbild in den Augen anderer – dann beginnt zuerst ein Zittern. Ein feines, irritierendes Beben im innersten Kern des Ichs.</p>
<p data-start="118" data-end="531">Es ist, als würde der Boden, auf dem du dein Leben gebaut hast, plötzlich weich werden.<br data-start="455" data-end="458" />Nicht, weil er verschwindet, sondern weil er sich in Wasser oder eine Art Treibsand verwandelt.</p>
<p data-start="533" data-end="862">Zuerst kommt oft Angst. Wer bin ich, wenn ich nicht mehr bin, was ich war? Die Therapeutin, die Mutter, die Kämpferin, die Weise, die Liebende – sie alle beginnen, sich voneinander zu lösen wie Häute, die du lange getragen hast.</p>
<p data-start="533" data-end="862"><br data-start="763" data-end="766" />Es ist ein Entkleiden, nicht vor den Augen anderer, sondern vor dem eigenen Spiegel der Seele.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3 data-start="1153" data-end="1474"><strong>Die stille Revolution der Durchlässigkeit</strong></h3>
<p><strong></strong></p>
<p data-start="1153" data-end="1474">Gesellschaftlich mag es sich anfühlen, als würdest du aus dem Raster gleiten.<br data-start="1230" data-end="1233" />Die alten Antworten auf „Und was machst du so?“ lösen sich in einem milden Lächeln auf, -manchmal.<br data-start="1320" data-end="1323" />Du merkst, dass Zugehörigkeit nicht länger durch Rollen entsteht, sondern durch Resonanz.<br data-start="1412" data-end="1415" />Dass Identität nicht festgeschrieben ist, sondern atmet.</p>
<p data-start="1476" data-end="1792">In diesem Zustand geschieht etwas leise Revolutionäres:<br data-start="1531" data-end="1534" />Du beginnst, dich selbst nicht mehr zu „haben“, sondern zu <strong data-start="1598" data-end="1606">sein</strong>.<br data-start="1607" data-end="1610" />Nicht als Konstrukt, sondern als lebendige Bewegung.<br data-start="1662" data-end="1665" />Die Ich-Form wird durchlässig, und durch diese Poren strömt das Leben selbst – unzensiert, ungeschminkt, unverhandelbar.</p>
<p data-start="1794" data-end="1984">Es ist kein Zustand für die Eitelkeit, aber einer für die Seele.</p>
<h3 data-start="2822" data-end="2835"><strong>Und du?</strong></h3>
<p data-start="2836" data-end="3001">Wie gehst du mit deinem Altern um?<br data-start="2870" data-end="2873" />Welche Mythen begleiten dich dabei – welche Bilder, welche Stimmen?<br data-start="2940" data-end="2943" />Magst du deine Gedanken teilen?<br data-start="2974" data-end="2977" />Ich würde mich freuen.</p>
<p data-start="3003" data-end="3159">Denn vielleicht ist das Altern, wenn wir es gemeinsam betrachten,<br data-start="3068" data-end="3071" />kein Verfall – sondern eine Einweihung &#8211; in das Geheimnis eines noch nicht sichtbaren Werdens.</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div></p>
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		<title>Die Würde und das Altern</title>
		<link>https://soul-fish.net/die-wuerde-und-das-altern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Angela Fischlein]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2025 12:23:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archetypen]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Therapies]]></category>
		<category><![CDATA[Inner Wisdom]]></category>
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		<category><![CDATA[Mythology]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Altern</strong> – für viele Frauen bleibt es ein leises Tabu, ein Prozess, über den kaum jemand spricht.<br />In einer Gesellschaft, die Jugend und Perfektion vergöttert, wird Reife oft als Schwund erzählt – als etwas, das man korrigieren, verstecken oder besiegen soll. Doch das Altern ist keine Niederlage, sondern eine Verwandlung: eine Einladung, die eigene Tiefe zu betreten.</p>
<p><strong>Als Psychotherapeutin</strong> sehe ich, wie sehr Frauen &#8211; auch mich selbst &#8211;  diese Übergänge bewegen – körperlich, seelisch, spirituell. In jeder Faser ruft der Körper nach Beziehung, nach Aufmerksamkeit, nach einem neuen, liebevollen Dialog. Das Altern macht sichtbar, was lange überhört wurde: Bedürfnisse, Grenzen, Verletzlichkeit – aber auch Weisheit, Selbstkenntnis, Würde.</p>
<p><strong>Als Künstlerin</strong> erforsche ich diesen Wandel in Bildern. In meinen Collagen verschmelzen Körper, Symbole und Seelenlandschaften – sie erzählen von Transformation, von der Schönheit des Gereiften, vom Mut, sichtbar zu bleiben.</p>
<p>So wird Altern für mich zu einem schöpferischen Prozess: ein Abwerfen alter Häute, ein Lauschen auf das, was bleibt, wenn nichts mehr beeindrucken muss.<br />Ein Werden – mitten im Vergehen.</p></div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong>Da ist der Schock, fast wie ein Verrat:</strong></p>
<p>Mein Körper, der mich getragen, wild getanzt, und immer geheilt hat – nun bleibt er immer öfter liegen. Er renkt sich nicht mehr selbst ein, er fordert zunehmend meine Aufmerksamkeit. Er spricht mit brennender Ferse, mit einer Hüfte, die nicht schweigt, mit Müdigkeit, die bleibt.</p>
<p>Es ist meine Begegnung mit einer neuen Dimension des Seins.</p>
<p>Kein Rumwirbeln mehr wie früher, sondern ein stiller Pas de Deux mit der Vergänglichkeit.</p>
<p>Ich war gewohnt, dass mein Körper sich rasch erholt – eine Woche, und alles war wieder gut.</p>
<p>Selbst ist die Frau – kraftvoll und unbeugsam, jederzeit das Schwert schwingend, egal wie schwer die Klinge. Das hat super gut und super lang für mich funktioniert.</p>
<p><strong>Doch jetzt ist es anders:</strong></p>
<p>Ein Infekt, der zwei Monate bleibt, eine Ferse, die immer noch brennt, eine Hüfte, die jede Nacht zu mir spricht. Es ist, als ob mein Körper mir die Endlichkeit ins Ohr flüstert, beharrlich, unüberhörbar.</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Das erste Erwachen:</strong></p>
<p>Zuerst war da der Frust. Mein Ärger darüber, dass ich nicht mehr so wie sonst immer „funktioniere“, dass sich das „wie früher“ nicht mehr zur Gegenwart machen lässt. Ein Teil von mir wollte die Symptome wegschieben, einfach abkoppeln von der körperlichen Realität: „Wird schon wieder werden!“ So wie es eben immer war.</p>
<p>Doch dieses Jahr geht es nicht mehr so wie früher. Mein Körper verlangt Beziehung, Nähe, Zuwendung und Verbindung zu seinen ganz eigenen Bedingungen.</p>
<p><strong>Das Altern bringt seine eigene Agenda mit:</strong></p>
<p>💧Verlust von Elastizität – die Gelenke melden sich, die Faszien ziehen, Heilung dauert länger.</p>
<p>💧Hormone, die schweigen – der Schutz durch Östrogen ist verblasst, und mit ihm eine jugendliche Leichtigkeit im Stoffwechsel, in Haut und Knochen.</p>
<p>💧Schlaf, der fragiler wird – Nächte, in denen der Körper und die Gedanken rufen, statt sich auszuruhen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>In all dem spüre ich ganz deutlich: </strong></p>
<p>Es geht nicht darum, den alten Körper zurückzuerobern. Es geht darum, den neuen zu empfangen. Und das verlangt einen anderen Tanz:</p>
<p>💧Statt zu fordern, beginne ich nun öfter zu lauschen.</p>
<p>💧Statt zu beschleunigen, lerne ich zu verlangsamen.</p>
<p>💧Statt Härte braucht es jetzt Milde, sanfte Bewegung, kleine Rituale.</p>
<p>Das ist mühsam und nicht einfach zu akzeptieren für mich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gesellschaftliche Normen:</strong></p>
<p>Unsere Gesellschaft zeigt uns vor allem das glatte, junggehaltene, „optimierte“ Frauenbild. Aber daneben gibt es eine wachsende Zahl von Frauen, die mit ihrer körperlichen Reife anders umgehen – sichtbar, ungeschönt, kraftvoll.</p>
<p><strong>Wo sind die Vorbilder?</strong></p>
<p>Vielleicht ist das der neue Archetyp, den es schon lange gibt und den es wieder sichtbar zu machen gilt: die Frau, die mit grauem Haar und all den Lebensnarben nicht im Schatten verschwindet, sondern ihre Reife wie einen Mantel trägt – nicht als Makel, sondern als Autorität.</p>
<p>Es gibt sie &#8211; diese Frauen, die ein anderes Bild verkörpern. Sie tragen ihre Jahre sichtbar, ohne sie zu verleugnen. Falten, graues Haar, Narben, langsamere Bewegungen.</p>
<p>Diese Frauen lassen sich nicht mehr von der Diktatur der Anpassung bestimmen. Sie feiern ihren Körper nicht, weil er makellos wäre, sondern weil er Wahrheit trägt. Sie sprechen offen über Schmerz und Veränderung, ebenso wie über Lust, Kraft und Freude.</p>
<p><strong>Worte finden, Wissen und Erfahrung teilen:</strong></p>
<p>Darüber zu sprechen, die Erfahrungen des Alterns hörbar zu machen, ist wesentlich – Worte schaffen Verbindung zu uns selbst und zu anderen, sie werden zur Brücke, die wir brauchen, zu einem Reifen, das uns Tiefe schenkt.</p>
<p>So entsteht ein anderes Bild, das wir mit anderen teilen können:</p>
<p>💧Die Frau, die sich der Logik des Glattbügelns entzieht.</p>
<p>💧Sie trägt ihr Alter wie einen Umhang aus Wahrheit: Falten, graue Strähnen, ein Körper, der nicht mehr eilfertig gehorcht – und gerade darin Würde findet.</p>
<p>💧Sie versteckt nicht, sie verwandelt.</p>
<p>💧Sie versteckt SICH nicht, sie wandelt SICH.</p>
<p>💧Sie verschwindet nicht – sie tritt anders hervor.</p>
<p>In einer Welt, die Jugend zum Maßstab erhebt, verkörpert sie eine andere Schönheit: die Schönheit der Reife, der Klarheit, der unerschütterlichen Präsenz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie gehst du mit deinem Älterwerden um? Ich würde mich freuen, deine Gedanken und Überlegungen zu diesem Thema in den Kommentaren zu lesen!</p></div>
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		<title>Pandoras Büchse</title>
		<link>https://soul-fish.net/pandoras-buechse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Angela Fischlein]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2022 12:31:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archetypen]]></category>
		<category><![CDATA[Inner Wisdom]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Pandora, -die Allbegabte, ist eine von Hephaistos, dem Gott des Feuers, aus Lehm geschaffene wunderschöne und sehr neugierige junge Frau. Aus Rache für das Entwenden des Feuers durch Prometheus, der durch seinen Diebstahl das Feuer den Menschen zugänglich machte, gab Göttervater Zeus dem Götterschmied Hephaistos diesen speziellen Auftrag. Der griechische Dichter Hesiod wird als erster Autor des Pandora- Mythos benannt, der diesem Mythos mit seiner literarische Stimme einen durchaus und durchwegs patriarchal geprägten Blickwinkel gab. Wiederholte Male habe Hesiod in seinem literarischen Text die Frau als „ein Übel“ bezeichnet, was die Interpreten*innen dazu bewegte, Hesiods Textgestaltung letztendlich an den Beginn einer literarischen Tradition der Frauenfeindlichkeit zu stellen.</p>
<p>Googelt man nach dem Begriffsinhalt, der in heutiger Zeit mit der „Büchse der Pandora“ allgemeinen Bedeutung, findet man zum Beispiel „Jede Quelle großer und unerwarteter Probleme&#8220; (Chambers Dictionary) oder auch &#8222;Ein Geschenk, das wertvoll erscheint, aber in Wirklichkeit ein Fluch ist.“ (Brewer&#8217;s Concise Dictionary of Phrase and Fable). Wie wichtig diese Konnotation ist, wird erst dann deutlich, wenn wir uns als Frauen bewusst machen, wie tief die Geringschätzung und Abwertung der Frau auch unbewusst  in der Sprache verankert ist. Wer von uns hat nicht schon einmal das Sprichwort in Bezug auf eine schwierige Situation verwendet, dass es wohl besser wäre, die Büchse der Pandora nicht zu öffnen um eine mögliche negative Entwicklung zu verhindern?</p>
<p>In der mytologischen Erzählung erhält nun die aus Lehm geschaffene junge Frau Pandora eine Büchse oder auch ein verschlossenes tönernes Gefäß, das unter keinen Umständen geöffnet werden durfte, wenn es erst einmal seinen Platz unter den Menschen gefunden hatte. Die mit unsäglicher Neugier ausgestattete Pandora wusste natürlich nichts davon, dass in diesem Gefäß sich alle Übel der Welt aber auch – man höre und staune &#8211;  zuunterst ein Stück Hoffnung befand.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Nachdem der Götterbote Hermes Pandora zu ihrem zukünftigen Ehemann Epimetheus, dem Bruder von Prometheus brachte, können wir schon fast erahnen, welchen Lauf die Dinge in dieser Geschichte nahmen.</p>
<p>Denn natürlich nahm Epimetheus trotz Warnung seines Bruders Prometheus Pandora „das Geschenk der Götter“ an und natürlich öffnete Pandora getrieben von ihrer unsäglichen Neugier letztlich doch besagtes Gefäß. In anderen Erzählungen stiftete sie ihren Mann Epimetheus dazu an, das Gefäß selbst zu öffnen und ermöglichte damit allem Übel der Welt seinen Weg in das Dasein der Menschheit zu finden. So wurde Pandora, die von den Göttern mit Schönheit, Geschicklichkeit, Liebreiz und weiteren Talenten ausgestattet wurde, selbst zum Übel für die Menschheit, da sie das Entfliehen aller menschlichen Schatten ermöglichte.</p>
<p>Soviel zu der allgemein bekannten Version des Pandora Mythos.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>&#8222;Der Verbleib der zuunterst liegende Hoffnung wird unterschiedlich beschrieben. In manchen Erzählungen bleibt sie in dem Gefäß gefangen, in anderen wird das Gefäß noch einmal geöffnet, sodass die Hoffnung auch ihren Weg in das menschliche Dasein finden konnte.</p>
<p>Bei Pandora handelt es sich im mythologischen Kontext um die erste Frau der Menschheitsgeschichte. Der Vergleich zur biblischen Eva drängt sich hier unweigerlich auf. Die Parallelen zum Sündenfall und der Vertreibung aus dem Paradies sind auffallend, vor allem im Bezug auf die weibliche Protagonisten als Anstifterinnen zum Sündenfall und zur Missachtung göttlicher Vorgaben.</p>
<p>Der Dreh- und Angelpunkt einer ganz anderen Interpretation des Pandora Mythos nimmt auf die mögliche falsche Übersetzung des Ausdrucks „Pithoi“ als &#8222;Büchse&#8220; Bezug (Prof. Dr. Wolfgang Rösler, Humboldt-Universität Berlin ). Ein „Pithoi“ sei nicht als „Büchse“ sondern als „das größte tönerne Vorratsgefäß der Griechen“ zu übersetzen. In diesem seien Vorräte wie Wein, Getreide und Olivenöl aufbewahrt worden. Pandora in ihrer Rolle als Frau habe das Behältnis geöffnet um die Vorräte zu verbrauchen. Am Boden des Gefäßes seien die Samen für die nächste Aufzucht als Hoffnung auf die nächste Ernte gelagert gewesen. Prof. Dr. Wolfgang Riedel (Universität Würzburg) mutmaßt weiters, dass Pandora als erste Frau ursprünglich eine Fruchtbarkeitsgöttin und als „Allschenkende“ verehrt wurde. Dies gibt uns nun ein ganz anderes Bild der Pandora, obwohl selbstverständlich auch hier der Zusammenhang von Mythos und Geschlechterrolle nicht übersehen werden sollte. Wie sich die Interpretation „des Übels der Menschheit“, der Schuldfrage und des Endes des paradiesischen Urzustands im Pandora Mythos oder auch in der Geschichte der biblischen Eva etabliert hat, möge hoffentlich noch in weiteren literatur- und medienwissenschaftlich orientierten Gender Studies untersucht werden.</p>
<p>Weiterführende Literatur: Pandora’s Senses, Vered Lev Kenaan (2008); Pandora, Heinz-Peter Preußer (Hg.), Françoise Rétif (Hg.), Juliane Rytz (Hg.)(2012)</p></div>
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		<title>Wie Viele sind Wir?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Angela Fischlein]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 10:17:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archetypen]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Therapies]]></category>
		<category><![CDATA[Familiensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Inner Wisdom]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiritual Journey]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine nackte Frau mit dem Rücken zur Kamera, ihre Arme sind über dem Kopf seitlich nach oben geschlungen, das Bild ist in Gelben-, Grünen and Auberginenfarben stark  verfremdet, Licht und Schatten sind stark überzeichnet.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorausgesetzt wir stimmen der Annahme zu, dass ein Mensch mit mehreren unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen durchs Leben geht, wäre es dann nicht höchst interessant, diese verschiedenen Anteile näher zu betrachten? Was würde uns dazu bewegen dies ernsthaft zu tun? Braucht es hierfür unter Umständen Lebenskrisen, Schaffenskrisen, Beziehungskrisen oder sonstwie gearteten Krisen oder Herausforderungen, die uns dazu bewegen würden, ein besseres Verständnis für unsere Erfahrungen und Gefühle zu suchen? Was könnte uns dabei helfen, generell besser zu navigieren oder &#8211; im übertragenen Sinn &#8211; unser im Wellengang befindliches Boot auf Kurs zu halten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem Buch &#8222;die Wolfsfrau&#8220; beschreibt Clarissa Pinkola Estés die Geschichte von eben jener La Loba (Wolfsfrau), die in den Steilhängen des Tarahumara-Reservats im Norden Mexicos lebt. Da sie sich mit den Wölfen zutiefst verbunden fühlt, sucht sie dort nach den Gebeinen toter Wölfe. Hat sie alle Gebeine eines Wolfssketletts sorgsam auf dem Boden geordnet und zusammengesetzt, beginnt sie mit ihrer Magie dem Wolf wieder Leben einzuhauchen. Langsam bildet sich Fleisch, Sehnen und Fell. Der volle Gesang und der Zauber der Wolfsfrau erweckt den Wolf schließlich wieder zum Leben. Noch während ihres Gesangs springt er auf und läuft durch den Canyon in seine neu gewonnen Freiheit. Wenn man den Lauf des Wolfes genau verfolgt, kann man am Horizont die Gestalt einer Frau erkennen, in die sich der Wolf verwandelt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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<figure class="wp-block-image size-full is-style-default"><img decoding="async" width="641" height="1500" src="http://soul-fish.net//wp-content/uploads/2022/03/HowMany.jpg" alt="" class="wp-image-4198" srcset="https://soul-fish.net/wp-content/uploads/2022/03/HowMany.jpg 641w, https://soul-fish.net/wp-content/uploads/2022/03/HowMany-128x300.jpg 128w, https://soul-fish.net/wp-content/uploads/2022/03/HowMany-438x1024.jpg 438w, https://soul-fish.net/wp-content/uploads/2022/03/HowMany-480x1123.jpg 480w, https://soul-fish.net/wp-content/uploads/2022/03/HowMany-600x1404.jpg 600w" sizes="(max-width: 641px) 100vw, 641px" /><figcaption>© Angela Fischlein</figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:66.66%">
<p class="wp-block-paragraph">Als Parabel im übertragenen Sinn können wir die &#8222;Knöchelchen&#8220; unserer Lebensgeschichte sammeln, die &#8222;Wirbeln&#8220; unserer Herkunft zusammensetzen und die &#8222;Gelenke&#8220; unserer Beziehungen beleuchten, bis wir unseren Lebensweg mit all seinen Erfahrungen vor uns haben.Wie ein Puzzle lässt sich unser Leben zusammensetzen und mit jedem versteckten oder verborgenen Teilchen mehr, das wir entdecken, die wahren Farben unserer Geschichte erkennen. Doch mit welcher Magie hauchen wir unserer inneren Gestalt Leben ein? In welchen Menschen können wir uns verwandeln, wenn wir unsere inneren Anteile ganzheitlich und als Gesamtes betrachten? Welche Rituale können unsere Seele zu ihrem wahren Sein erwecken? </p>



<p class="wp-block-paragraph">In meiner Erfahrungswelt war es oft der Zauber des Unbekannten, der mich aus gewohntem Erleben, Denk- und Glaubensmustern hinaus bewegen ließ und es mir ermöglichte mit verborgene Teilen meiner Identität in Kontakt zu treten. Da gabs mitunter auch schwere Zeiten, in denen es mich ganz ordentlich gebeutelt hat. Meist waren es kreative Ansätze in Form von Bewegung oder Kunst, die mich ein Stück weit in eine unbekannte Freiheit jenseits der mir bekannten Parameter lockten. Dies ermöglichte mir häufig, mich selbst neu oder vollkommen anders zu erfahren und zu erleben. Worin sich die meisten Techniken und Methoden jedoch sehr ähnelten, war die Tatsache, dass Puzzleteile der bewussten und unbewussten Selbstwahrnehmung gefunden und/oder neu zusammengesetzt wurden. Der Prozess des Sich-Findens kann mitunter sehr emotional und bewegend sein aber auch nachhaltige und tiefgreifende Veränderungen im Leben und Erleben ermöglichen.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ob unsere Selbsterkenntnis nun über die tanztherapeutische Methode der Authentischen Bewegung, Tarumarbeit, der Bildgestaltung einer SoulCollage® oder dem Kennenlernen der uns stetig begleitenden archetypischen Kräfte ist, es ist letztendlich immer ein Finden und Zusammenfügen der einzelnen Anteile unserer Identität, die sich erst in der von uns gefühlten Ganzheit entfalten und weiter entwickeln kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fakt ist, wir sind viele. Wir sind die Gütigen, die Zornigen, die mit den Ahnen, die mit den Eltern und Geschwistern, wir sind die Mütter, die Väter, die Trotzigen, die Rebellischen, die Anlehnungsbedürftigen, die Wertschätzenden, die Verurteilenden, die Selbstständigen, die ewigen Kinder, die Verantwortungsvollen. &#8222;Ja und?&#8220;, mag man sich nun fragen. Warum sollte man sich damit überhaupt auseinandersetzen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus eigener Erfahrung möchte ich behaupten, dass persönliches Wachstum in seiner ganzen Fülle nur dann möglich ist, wenn wir uns selbst mit größtmöglicher Tiefe reflektieren. Es braucht nicht immer ein Burnout, ein Trauma oder eine Lebenskrise um damit zu beginnen, wobei für manche genau diese Auslöser der Beginn einer Reise zu sich selbst sein können. Es gibt viele chronische und akute Krisen in dieser Welt. Auch diese haben Auswirkungen auf uns, indem sie uns unter Umständen ängstigen, hilflos, ohnmächtig, aggressiv und mutlos machen. Wohin betten wir all die Persönlichkeitsanteile, die Träger dieser Gefühle sind, abends wenn wir zu Bett gehen? Findet das Unreflektierte seinen Ausdruck in unserem Körper oder finden wir es doch eher in einer Auseinandersetzung mit dem Partner, dem Vorgesetzten, dem eigenen Kind? Unsere Reaktionsflächen sind multidimensional und manchmal können wir den Wald vor lauter Bäume gar nicht mehr erkennen. Wer kennt es nicht, &#8211; dieses Gefühl manchmal vollkommen überflutet und überwältigt zu sein? Wie können wir trotz Widrigkeiten des Lebens Veränderungen ermöglichen um das Beste in uns zu entfalten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigste Lebensstrategie für mich ist dem Unbekannten Raum zu geben. Das Unbekannte im Kontext von Gefühlen, Erlebens- und Denkmustern muss atmen können, es muss gesehen, beleuchtet und angenommen werden. Gibt es hier nicht einen besseren (Aus-)Weg als den nach innen? Dort, wo wir uns selbst begegnen können um ein Stück Wahrheit über uns selbst zu erfahren; dort, wo wir das unendlich Herausfordernde auseinanderklamösern und beleuchten können, genau dort werden wir Teil eines Wandlungsprozesses, der uns die Türe zu unserem lebendigen und authentischen Sein öffnet. Wer bin ich, wenn nicht viele? Alle Persönlichkeitsanteile, die unserer Identität ausmachen, wollen gesehen, gelebt, verstanden und geliebt werden. Bekommt jeder Anteil in uns die von ihm benötigte Aufmerksamkeit und Zuwendung, kann das persönliche Wachstum mit Leben gefüllt werden. Ähnlich der Magie von La Loba, die durch ihren Zauber den Atem des Wolfes wieder erweckt, kann es uns auf dem Weg nach Innen gelingen, verborgene und uns noch nicht bekannte Anteile unseres Selbsts sichtbar werden zu lassen. Wer weiß, wie unser Wandel aussehen und was noch alles in uns stecken könnte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele bist Du? Welche unterschiedlichen Persönlichkeitsanteile trägst Du in Dir? Hast Du Dich mit dieser Frage schon einmal auseinandergesetzt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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