Vom Paganismus zum Christentum: Wie die Zerstörung der Donar Eiche

eine Wende in Europa einleitete, die auch für die soziale Stellung der Frau

große Folgen hatte

In der Geschichte Europas spielte die Zerstörung der Donar Eiche eine entscheidende Rolle darin, wie sich die religiöse Landschaft der Region veränderte. Der Wandel von einem polytheistischen Paganismus zu einem monotheistischen Christentum nahm durch das fanatische Missionieren so manch Auserwählter einen rasanten Entwicklungslauf.

Die Bedeutung der Donar Eiche in der germanischen Mythologie

Die Donar Eiche, auch bekannt als Thor Eiche, spielte eine wichtige Rolle in der germanischen Mythologie. Sie wurde verehrt und als heiliger Ort angesehen. Die Eiche symbolisierte Stärke und Macht und war ein Ort für Rituale und Opfergaben. Besonders Thor, der Gott des Donners und Blitzes, wurde mit der Eiche in Verbindung gebracht. Es wird gesagt, dass er seinen Hammer Mjölnir in der Eiche versteckte, um ihn vor Feinden zu schützen. Für die Menschen war die Donar Eiche von großer Bedeutung. Sie diente als Treffpunkt für Versammlungen und Gerichtsverhandlungen.

Die Eiche wurde als heilig angesehen und verehrt, da sie als Wohnsitz der Götter und Geister galt. Die Menschen glaubten, dass sie durch die Verehrung der Donar Eiche Schutz und Segen von ihren Göttern erhalten würden. Der Kult um die Eiche war so stark verbreitet, dass er sich bis in das Christentum hinein fortsetzte, als die Kirche versuchte, die alten Bräuche zu unterdrücken.

Die Bedeutung der Donar Eiche für den Paganismus war so groß, dass ihre Zerstörung durch den umtriebigen Missionar Bonifatius im 8. Jahrhundert eine Wende in Europa einleitete. Mit der Vernichtung des heiligen Baumes wurden auch die alten Glaubensvorstellungen der Germanen zerstört und das Christentum konnte sich immer mehr durchsetzen.

Das Schicksalsjahr 723

Im Jahr 723 ließ der englische Missionar Bonifatius eben jene Eiche im Zuge der Zwangschristianisierung als Reaktion auf die höchst aufmüpfigen Chatten, die damals im heutigen Hessen siedelten, fällen. Damit wollte er den Widerständlern zeigen, dass ihre Götter besiegbar und bei Gott nicht allmächtig waren. Im selben Jahr noch wurde Bonifatius vom damaligen Papst Gregor III zum Erzbischof ohne festen Sitz und zum päpstlichen Vikar des deutschen Missionsgebietes ernannt. Offensichtlich hatte sich dessen erbitterter Einsatz gegen die Vielgötterei bezahlt gemacht.

Einige Forscher sehen die Germanische Mythologie als Ausdruck, der damals immer noch deutliche matriarchale Spuren in sich trug. Im Mittelpunkt dabei standen oft starke und mutige Frauen, die ihre Wünsche und Ziele durchsetzten. Wohlbekannt in diesem Zusammenhang sind die Erzählungen der Walküren, die als Kriegerinnen und Schicksalsgöttinnen sogar über das Leben von Männern entscheiden konnten. Doch bereits zu Beginn des 7. Jahrhunderts wurde schon fleißig missioniert. Es wurden Klöster gegründet und den Frauen wurde von den aufstrebenden Christen das Tragen von Waffen und die Teilnahme and Waffenübungen verboten.

So war letztendlich das Fällen eben jener Donar Eiche nicht die Schwäche der alten Götter, die damit aufgezeigt wurde, sondern es war die Vernichtung und Vergewaltigung einer sakralen Erinnerungskultur, die damit angestrebt wurde. Die Generationen danach würden nicht nur ihre Heiligtümer sondern auch ihre Stammesstrukturen vergessen, die Frauen eine bedeutende Rolle in ihrer Gesellschaft einräumten.

Es war ein Akt der Unterdrückung und des Machtmissbrauchs, der bis heute seine Spuren in unserer Kultur hinterlassen hat. Denn auch wenn die alten Götter längst vergessen sind, so ist es doch wichtig zu verstehen, dass sie Teil eines komplexen Gefüges waren – einer Weltanschauung und Lebensweise, die über Jahrtausende hinweg gewachsen war. Die Zerstörung von sakralen Plätzen und ihren Heiligtümern sowie die Entmachtung der weiblichen Kräfte war und ist häufig der erste Schritt im Zuge einer Machtübernahme oder Destabilisierung einer Volksseele. Doch trotz all dieser Unterdrückung und Entmachtung haben sich die weiblichen Kräfte nie ganz ausgelöscht lassen. Sie waren immer da, in den Schatten verborgen oder unter einem anderen Namen verehrt.

Die Renaissance der alten Weisheit

Immer öfter erleben wir die Ahnung einer Renaissance der alten Weisheit und des Wissens um die heilige Verbindung zwischen Mensch und Natur. Immer mehr Frauen erkennen ihre eigene Kraft und ihr Potenzial als Hüterinnen von Traditionen, Heilerinnen, Künstlerinnen und Visionärinnen. Sie finden zusammen in Gemeinschaften, teilen ihr Wissen miteinander und bringen es zurück in unsere Gesellschaft – mit dem Ziel nicht länger Opfer einer patriarchalen Ordnung zu bleiben, sondern als gleichberechtigte Mitspielerinnen auf dem Feld des Lebens. Die Rückbesinnung auf das Weibliche ist dabei kein Akt der Abgrenzung oder Ablehnung gegenüber Männern – im Gegenteil: Es geht darum zu verstehen, dass beide Pole notwendig sind für ein harmonisches Gleichgewicht innerhalb unserer Welt. Denn nur wenn wir uns wieder mit unseren eigenen natürlichen Rhythmen verbinden können – sowohl männlich wie auch weiblich – wird es möglich sein eine neue Form von Zusammenleben zu erschaffen; eines welches geprägt ist durch Respekt vor allem Leben sowie Anerkennungen aller Gaben welche jede*r einzelne bringt.

Es mag noch ein weiter Weg sein bis zur vollständigen Integration beider Pole aber jede Frau (und Mann), welche sich selbst erkennt kann einen Teil dazu beizutragen indem sie ihre eigene innere Balance findet, diese nach außen trägt und in ihrer Kraft sichtbar wird.

 

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